Wie kann man Marmelade machen - Viele Schraubgläser gefüllt mit Konfitüre
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Sie sind die klassischen Kandidaten aus dem Selbstversorgergarten, die am Höhepunkt ihrer Reifezeit im Vorratsglas zu landen. Als Marmelade werden eingekochte Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen bezeichnet, alle anderen Früchte im Glas tragen die Bezeichnung Konfitüre. Selbst gemacht erfreuen sie das ganze Jahr hindurch nicht nur als Brotaufstrich, auch zum Kochen und Backen macht es besondere Freude, wenn auf Erzeugnisse aus eigener Herstellung zurückgegriffen werden kann. Der eigenen Fantasie und Experimentierfreudigkeit sind beim Einkochen und Einmachen von Konfitüren kaum Grenzen gesetzt. Neben sortenreinen Klassikern wie Erdbeere und Aprikose können auch sehr spannende Mischvarianten entstehen.

Wie kann man Marmelade machen

Ein paar Punkte gilt es jedoch in jedem Fall zu beachten:

  1. Zum Einkochen sollten nur Früchte bester Qualität und in perfektem Reifezustand gewählt werden. Das Einkochen ist keine Resteverwertung!
  2. Die Gläser dürfen keine Sprünge oder Risse haben und sollten im Idealfall steril, zumindest sehr sauber, aber jedenfalls unbedingt fettfrei sein. Die kleinste Verunreinigung im Glas kann den Inhalt zum Gären bringen und verderben.
  3. Jedes Glas darf nur bis ca. zwei cm unter den Rand befüllt werden. Dieser muss vor dem Verschließen sauber und feucht sein, damit die Luft komplett entweichen kann.
  4. Die Gläser dürfen sich während des Einkochens nicht berühren, da sie sonst platzen könnten.
  5. Die Temperaturen müssen genau eingehalten werden. Nach dem Einkochen müssen die Gläser sofort aus dem Wasserbad entfernt werden. Mit einem Tuch bedeckt, sollten sie eine Zeit lang ruhen, sprich: nicht bewegt werden. Gelagert werden sie idealerweise an einem kühlen, dunklen und luftigen Ort. Erdbeer-Rhabarber Konfitüre

Wie kann man Marmelade machen?

Rezept für leckere Erdbeermarmelade

Zutaten:

500 Gramm Erdbeeren, 500 Gramm Rhabarber, Saft einer Zitrone, 1 Kilogramm Gelierzucker

Zubereitung:

Erdbeeren entstielen und halbieren, den Rhabarber waschen und in kleine Stücke schneiden. Obst und Gelierzucker verrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Mischung sollte circa acht Minuten lang sprudelnd köcheln. Den Schaum mit einer Kelle abschöpfen und das eingemachte Obst mit dem Zitronensaft abschmecken. Sofort in sterile Gläser füllen und verschließen.

Die Bezeichnung Marmelade ist – wie bereits erwähnt – laut EU-Verordnung nur mehr für Zitrusfrüchte zu verwenden. Eine Sonderform bilden hier die „Chutneys“, da sie früher umgangssprachlich gerne als Kürbismarmelade bezeichnet wurden. Diese gibt es übrigens auch in süßer Form und schmeckt ganz hervorragend. Chutneys hingegen sind nicht nur etwas Besonderes jenseits der bekannten Klassiker im Vorratsschrank. Für ihre Herstellung kann auch Fallobst und Gemüse mit Mängeln verwertet werden. Wurden die schadhaften Stellen großzügig entfernt, können die Früchte zweiter Klasse in Form eines Chutneys zu einer hervorragenden, modernen Version des Resteverwertens befördert werden.

Rezept für köstliches Kürbis-Apfel-Chutney

Zutaten:

2 Kilogramm Kürbis (falls es nicht Hokkaido ist: geschält), 50 Gramm Salz, 1 Kilogramm Äpfel geschält und entkernt, 500 Gramm Zwiebeln fein gehackt, 25 Gramm Ingwerwurzel (optional ein schwacher Teelöffel getrocknetes Ingwerpulver), 500 Gramm brauner Zucker, 850 Milliliter Apfelessig, eine großzügige Prise Cayennepfeffer, 1 Teelöffel Pfefferkörner bunt oder schwarz, 1 Teelöffel Senfkörner, 1 Teelöffel Harissa (Chilipaste) oder getrocknete Chili Flakes, gemahlener Zimt und Nelkenpulver nach Geschmack.

Zubereitung:

Das Kürbisfleisch von Kernen und Fasern befreien und in circa zwei Zentimeter große Würfel schneiden. Mit dem Salz in eine Porzellanschüssel geben und zugedeckt über Nacht durchziehen lassen. Am nächsten Tag die Kürbiswürfel in einem Sieb unter kaltem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen. In einem großen Topf Kürbiswürfel, Äpfel, Zwiebel, Ingwer und Zucker geben. Den Cayennepfeffer mit ein wenig von dem Essig anrühren und mit dem übrigen Essig und allen Gewürzen hinzugeben.

Die Mischung bei schwacher Hitze dünsten lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Dann die Temperatur erhöhen und das Chutney für circa eine Stunde köcheln lassen, bis alle Zutaten weich sind und keine Flüssigkeit im Topf mehr erkennbar ist. Anschließend in sterile Gläser füllen und verschließen. Solange die Gläser ungeöffnet bleiben, hält sich er Inhalt bis zu zwei Jahre. Grund für diese vergleichsweise lange Lagerfähigkeit ist die Kombination aus Salz, Essig und Zucker. Sie dürfen bei dieser Zubereitungsart Ihre konservierenden Kräfte bündeln.